Soziale Innovation

Eine soziale Innovation ist eine von bestimmten Akteuren ausgehende Neukonfiguration sozialer Praktiken in bestimmten Handlungsfeldern mit dem Ziel, Probleme oder Bedürfnisse besser zu lösen als dies auf der Grundlage etablierter Praktiken möglich ist. Neue Formen sozialer Praktiken können sich z.B. auf der Ebene des Regierens, Organisierens, Versorgens, Konsumierens, der Partnerschaft, der Verhandlung etc. ergeben. Von sozialer Innovation spricht man erst, wenn die neue soziale Praktik nicht mehr nur punktuell auftritt, sondern breit in einem gesellschaftlichen Kontext akzeptiert ist (z.B. Ehe, Krankenhäuser, Carsharing, Elternzeit o.ä.). Zunächst lässt sich die neue soziale Praktik als „Invention“ beschreiben, d.h. als Erfindung, die eben nur punktuell auftritt und von wenigen Akteuren praktiziert wird. Diese „Inventionen“ gehen von sozial innovativen Initiativen aus. Sozial innovative Initiativen haben dabei die unterschiedlichsten organisationalen Ausprägungen (Projekte, Programme, Netzwerke usw.). Es besteht inzwischen Konsens in Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit, dass soziale Innovationen entscheidend sind, um gegenwärtige und zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen (wie die Alterung der Gesellschaft, den Klimawandel) zu bewältigen. Städte und Gemeinden sind wichtiger Ausgangspunkt für die Forschung zu sozialer Innovation. Denn viele sozial innovative Ideen entstehen auf lokaler Ebene, z.B. weil sich auf kommunaler Ebene die vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen deutlich bemerkbar machen und Städte als Laboratorien neuer Lebensweisen und Praktiken für diese Herausforderungen Lösungen suchen und erproben.

Mehr zu sozialer Innovation: www.sfs.tu-dortmund.de

Demografiefestigkeit

Der demografische Wandel stellt neue Herausforderungen an das soziale Zusammenleben, die Infrastruktur- und Siedlungsentwicklung in Städten und Regionen und die Sicherung der Daseinsvorsorge. Eine neue Entwicklung ist der massive Zuzug von Menschen aus dem Ausland. Mit der Anpassung an die Bedürfnisse einer älter werdenden, kulturell heterogenen Bevölkerung sind Gestaltungsaufgaben verbunden, die strategische und integrative Konzepte in kommunalen Handlungsfeldern wie Bauen, Stadtentwicklung, Mobilität, Bildung, Soziales und Wirtschaft erfordern.

Themenfelder: Alternde Gesellschaft; Inklusion, Integration, Gesundheit

Nachhaltige Stadtentwicklung

Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung lässt sich besonders auf der Ebene der Stadtentwicklung konkretisieren. Die Meso-Ebene der Städte bzw. Stadtregionen kann eine Brücke zwischen Makro-Ansätzen einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft bzw. eines Staates und Mikro-Ansätzen zur nachhaltigen Entwicklung einzelner Unternehmen, privater Haushalte oder Individuen schlagen. Eine ähnliche Brückenfunktion kann die zukunftsfähige Entwicklung von Städten und Regionen in zeitlicher Hinsicht übernehmen. Hier können langfristige Transformationsprozesse hin zu „Low Carbon Cities“ („kohlenstoffarme“ Städte) bis zum Jahr 2050 oder darüber hinaus analysiert, vorausgedacht und entwickelt werden. Städte gelten als Zentren, in denen nachhaltigkeitsrelevante Aktivitätsfelder kulminieren (Wohnen, Ernährung, Mobilität, Infrastrukturen), die den Großteil des Energie- und Ressourcenverbrauchs ausmachen. Diese werden auf der Meso-Ebene der Stadt nicht nur in ihrer Interaktion auf geballtem Raum sichtbar, sondern für ein kommunales Management der Transformationsprozesse zu Ressourcen- und Klimaschutz, der Klimafolgenanpassung und Resilienz sowie sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit (kommunale Haushaltssicherung) wird auch ein konkreter Zugriff auf der Meso-Ebene möglich.

Themenfelder: Erneuerbare Energien, Mobilität, Nachbarschaftshilfe, Nachhaltige Lebensstile (Ernährung, Kleidung etc.), Nachhaltige Stadtentwicklung, Quartiersentwicklung, Umweltschutz, Bürgerbeteiligung

Neue Arbeit & Arbeitsförderung

Die Wirtschaftsförderung Dortmund sieht das Thema Erwerbsarbeit als wichtigen Ansatzpunkt um demographische Herausforderungen mitgestalten zu können. Neben ihrer grundlegenden Bedeutung für das Innovationspotential der Stadt, hat sie nicht nur eine individuelle Erwerbsbedeutung sondern auch eine integrative, gemeingesellschaftliche Bedeutung. Dabei werden unterschiedliche Herangehensweisen genutzt, wie z.B. Initiativen zur Förderung eines öffentlichen Arbeitsmarktes, Anreize für die Schaffung von Einfacharbeitsplätzen, präventive Aktivitäten zur frühzeitigen Berufsorientierung und neue Ansätze zur Minderung von Jugendarbeitslosigkeit. Das Thema Nachhaltigkeit wiederum lässt sich in der Stadt nur weiter entwickeln, wenn dabei die Einbindung relevanter Akteure ermöglicht werden kann.

Themenfelder: Arbeitsförderung, Neue Arbeit, Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit, Bildung & Erziehung, Internationalisierung, Junge Arbeitslose, Lebenslanges Lernen, Sozialunternehmertum/ Social Entrepreneurship, Übergang Schule/Beruf